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Homöopathie

Studie zur homöopathischen Behandlung von Nebenwirkungen der Krebstherapie und Aufnahme in Leitlinie

Auf der Seite der homöopathischen Klinik Dr. Spinedi in der italienischen Schweiz wird über eine prospektive, randomisierte, Placebo kontrollierte, doppelblinde Studie zur homöopathischen Behandlung der Nebenwirkungen in der Krebstherapie berichtet, gern zitiere ich unten den Text von Dr. Spenedi, der sich hier im Original findet und unten zur Studie verlinkt.

Bereits eine frühere Studie aus der selben Forschungsgruppe hatte dazu geführt, dass Homöopathie im Sommer des letzten Jahres in die medizinische Leitlinie Komplementärmedizin in der Behandlung von onkologischen Patient*innen aufgenommen wurde. Die Studie von Frass et. al. von 2015 konnte die Wissenschaftler*innen überzeugen: „Aufgrund der stark positiven Ergebnisse dieser Studie [kann] der Einsatz von klassischer Homöopathie (Erstanamnese in Kombination mit individueller Mittelverschreibung) zur Verbesserung der Lebensqualität bei onkologischen Patienten zusätzlich zur Tumortherapie erwogen werden“, heißt es in der Leitlinie. Näheres dazu hier und hier.

Hier nun Dr. Spinedi zur neuesten Forschungsarbeit:
„Eine in der renommierten Zeitschrift «The Oncologist» von Prof. Frass et al. im Oktober 2020 publizierte Studie zeigt, dass Homöopathie auch bei schweren Erkrankungen wie Krebs besser als Placebo wirktHomöopathie verträgt sich sehr gut mit konventionellen Therapien und reduziert die Nebenwirkungen dieser Therapien signifikant. Damit bestätigt diese Arbeit unsere Erfahrungen, die wir in den letzten 20 Jahren an der Clinica Spinedi gewinnen konnten.
 
Untersucht wurde die Wirksamkeit einer komplementär-homöopathischen Behandlung von metastasiertem nicht kleinzelligem Lungenkrebs im Vergleich zu Placebo. Dabei kam heraus, dass konventionelle Medizin und Homöopathie sich gut ergänzen, dass die Lebensqualität verbessert und die Überlebenszeit durch die homöopathische Behandlung verlängert wird.
 
In dieser prospektiven, randomisierten, Placebo kontrollierten, doppelblinden, 3 armigen Multicenter Phase III Studie wurden die Effekte einer komplementären homöopathischen Behandlung im Vergleich zu Placebo bei Patienten mit fortgeschrittenem nicht kleinzelligem Lungenkrebs im Stadium IV in Bezug auf die Lebensqualität (mittels Fragebögen nach 9 und 18 Wochen) und die Überlebenszeit untersucht. 150 Patienten mit Lungenkrebs im Stadium IV wurden in die Studie aufgenommen, 98 erhielten neben der konventionellen onkologischen Therapie (klassische Chemotherapie und teilweise Bestrahlung) doppelblind entweder individualisierte homöopathische Arzneien (n=51) oder Placebo (n=47). 52 Kontrollpatienten ohne homöopathische Behandlung wurden nur bezüglich des Überlebens beobachtet. Alle Patienten wurden für 24 Monate nach dem Studieneinschluss nachbeobachtet.
 
Verglichen mit Placebo hatten die Patienten nach 9 und 18 Wochen homöopathischer Behandlung eine signifikant bessere Lebensqualität und litten signifikant weniger an Nebenwirkungen der konventionellen Therapien wie : Fatigue (chronische Müdigkeit), Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen, Atemnot, Schlafstörung, Appetitlosigkeit, Verstopfung oder Durchfall.

Die mittlere Überlebenszeit war im Homöopathie Arm (435 Tage) signifikant länger im Vergleich zu Placebo (257 Tage) und zur Kontrollgruppe (228 Tage). Die homöopathisch behandelten Patienten haben im Durchschnitt 6 bzw. 7 Monate länger gelebt. Die Studienautoren vermuten, dass die verbesserte Lebensqualität zu dem längeren Überleben der homöopathisch behandelten Patienten beigetragen hat.“


Studie: Homeopathic Treatment as an Add-On Therapy May Improve Quality of Life and Prolong Survival in Patients with Non-Small Cell Lung Cancer: A Prospective, Randomized, Placebo-Controlled, Double-Blind, Three-Arm, Multicenter Study” in Oncologist. 2020 Oct 3. doi: 10.1002/onco.13548

Sind die Homöopathen eine Gefahr in der Pandemie?

Blood Cells Red Medical Medicine  - qimono / Pixabay

Kann man die Verantwortung für eine verbreitete Impfskepsis den Homöopath:innen in die Schuhe schieben? Fast scheint es, als gebe es da Verbindungen, wenn man die Medien verfolgt. Beispielhaft sei der jüngste Beitrag des Bayrischen Rundfunks genannt: https://www.br.de/nachrichten/wissen/fake-news-expertin-nocun-gefahr-von-homoeopathie-unterschaetzt

Mein Kollege Tjado Galic hat seine Gedanken dazu hier veröffentlicht und ich teile Passagen seiner Analyse gern:

Liebe Hörer:innen von Bayern 3,
liebe Journalist:innen,
liebe Homöopathie-Interessierte und Homöopathie-Gegner:innen,

als homöopathisch arbeitender Praktiker mit der Erfahrung von 27 Jahren Vollzeitpraxis erlebe ich, wie auch Sie, diese bewegende Zeit mit ihrer zunehmenden Verdichtung von Ängsten und einem scheinbar wachsenden Bedürfnis, einen Schuldigen auszumachen für all das, was nicht so funktioniert, wie erhofft.

Bevor sich nun vollkommen fehlgeleitete Ansichten verfestigen, hier ein kurzer Beitrag zur sachlichen Information, um wohl tiefliegende Missverständnisse und Vorstellungen zu erhellen, mit einer Bitte am Schluss.

Was hat Impfung mit Homöopathie zu tun?

Impfung an sich ist ein urhomöopathisches Konzept. Warum? Homöopathie heißt Reiztherapie durch Ähnlichkeit. Dafür nehme man einen krankmachenden Stoff und schwäche ihn ab, minimiere ihn, verändere ihn auch ein wenig durch Zusätze und gebe ihn als gezielten einzelnen Impuls (kleine Einmalgabe des Wirkstoffs, ggf. in Wiederholung), um eine Reiz-Reaktion im Organismus auszulösen. Dabei sollen möglichst erkennbare Symptome auftreten, welche die Reaktion bestätigen. Ziel dieser Anwendung ist eine höhere Robustheit zu erlangen, die Abwehr zu trainieren und den Organismus als Ganzes zu stärken.

Weshalb sollten nun ausgerechnet homöopathisch denkende und arbeitende Praktiker:innen (Ärzte, Heilpraktiker, Hebammen, Pharmazeuten) sich kategorisch gegen Impfung als eine Form der Prophylaxe aussprechen?

Homöopathisch arbeitende Praktiker:innen sprechen sich für eine ganzheitliche Individualmedizin aus.

Darunter versteht man die Berücksichtigung der Konstitution, die Entwicklung der gesamten Krankengeschichte, den Status der aktuellen Gesundheitssituation einschließlich aller Lebensumstände zur Diagnose und Arzneitherapie für jeden einzelnen Patienten. Um das hinzubekommen, braucht es nicht nur die Expertise der jeweiligen Behandler:innen, sondern auch die Erkenntnisse aktueller Forschung und ganz wichtig den Patientenwillen als dritte Säule einer evidenzbasierten Medizin. All diese Aspekte sollen ausgewogen berücksichtigt werden.

Das, was ich und die meisten Kolleg:innen als homöopathische Praktiker:innen infrage stellen, ist somit nicht die Immunisierung durch Impfung an sich, sondern der eventuell propagierte, unreflektierte Umgang damit.

Der Streitpunkt ist eine unkritische Anwendung mittels „Rasenmähermethode“, bei der alle unterschiedslos das Gleiche, in der gleichen Dosis, ohne Kontrolle und Berücksichtigung individueller Besonderheiten, auftretender unerwünschter Reaktionen oder Kontraindikationen bekommen, unabhängig von ihrer Gesundheitssituation und ohne die Möglichkeit, sich frei zu entscheiden. Eine solche Vorgehensweise verletzt das Prinzip einer gewissenhaft praktizierten Individualmedizin mit ihrer individuellen Risikoabwägung. Mehr prinzipielle Vorbehalte gibt es da seitens der homöopathischen Theorie und Praxis nicht.

Dies gilt, um es deutlich zu sagen, auch für eine unkritisch oktroyierte Einheitsmedikation, wie z.B.

  • die Anwendung von Magensäureblockern, Blutdrucksenkern oder Schmerzmitteln, verordnet als Dauertherapie auf ein einzelnes lokales Symptom,
  • ebenso wie für Einheitsanwendungen von Homöopathika wie Drosera bei Röchelhusten, Arnica bei Verletzungen, Belladonna bei Fieber etc., ohne eine fundierte und umfassende Diagnostik und angemessene Differentialdiagnose.

Gute und böse Medizin?

Wer, wie ich, schon so lange in der Praxis tätig ist, hat darüber hinaus vor allem noch etwas anderes gelernt:

Begriffe wie: „immer“, „nie“, „nur so“, „nie so“, mit den kategorischen Zusätzen von FALSCH und RICHTIG oder WAHR und UNWAHR sind, mit Verlaub, vollkommen ungeeignete Kategorien im Umgang mit Krankheit und Gesundheit. Wer das nicht versteht, dem sei ein sechs Monate währendes Praktikum in der Krankenpflege oder im Hospiz empfohlen, um erste persönliche Eindrücke von wirklich Kranken zu gewinnen und um dem Leid in all seinen Ausprägungen einmal selbst zu begegnen. Es gilt, Situationen zu erleben, in denen man nicht ausweichen und sich nicht hinter – was auch immer – verstecken kann. Nicht selten wandelt sich dann voreingenommene Gewissheit aus sicher geglaubten Überzeugungen in eine authentische Bescheidenheit, mit einer der Thematik angemessenen Einsicht und gesunder Skepsis gegenüber „absoluten“ Wahrheiten.

Die Weisheit einer so mahnenden Vorsicht findet sich nämlich nicht in einer Theorie und auch nicht in Statistik oder mathematischen Modellierungen begründet und schon gar nicht in einer darauf konstruierten Meinung.

Um dies in gebührendem Respekt und in Gänze zu verstehen, braucht es eine patientennahe Erfahrung vieler selbst behandelter Fälle. Schon vor 33 Jahren als ich meine Ausbildung begann, warnten erfahrene Kliniker vor einer zunehmenden Abstraktion und Fragmentierung in der Medizin, die den Menschen außen vorlässt, mit dem Leitspruch: „Krankheiten lesen keine Lehrbücher und halten sich auch nicht so zuverlässig an die Ergebnisse selektierter Studien.“ Lernen wir das nicht gerade wieder einmal?

Was sagt die Wissenschaft?

Dies lässt sich auch auf den Umgang mit wissenschaftlichen Erkenntnissen erweitern, die stets als vorläufig und nie endgültig anzusehen sind, so Karl Popper. Erkenntnis entsteht im Spannungsfeld unterschiedlicher Forschungsansätze, die im Pluralismus des Denkens wachsen. Wissenschaftlichkeit in einer Aussage ist demnach nicht nur eine gut begründete These, sondern vor allem eine respektvoll vorsichtige Annäherung an das, was aktuell als Wahrheitswert angenommen und verstanden werden kann. Nicht mehr, aber auch nicht weniger, in dem Wissen, dass die Erkenntnis von heute sich schon morgen ändern kann.

Laute Gewissheiten hingegen, die sich ungefragt hervortun und sich anmaßen, Urteile zu sprechen, gehören sicher nicht dazu. Sie stammen nicht aus einer wissenschaftlich redlichen Haltung.

Was sagt die Ethik?

Der ethische Aspekt, welcher in der Praxis eine überragende Bedeutung besitzt, folgt dem Leitsatz:

Primum non nocere, secundum cavere, tertium sanare.
Zuerst nicht schaden, zweitens vorsichtig sein und drittens heilen.

Sie können sicher sein, liebe Leser:innen: Gerade, wenn man so sehr ohne Recht auf Gegenrede dauerhaft medial angefeindet wird, wie das mit Homöopathie-Befürworter:innen geschieht, ist dieser ethische Leitsatz die wichtigste Plattform des eigenen Praktizierens. Das leitet über zum letzten Punkt:

Ein solcher ethischer Ansatz zeigt Respekt vor dem Individuum, dem Leben und dem Leid. Diese Haltung fürchtet sich auch nicht vor dem Tod, um Sterbenden beistehen zu können, statt sie zu isolieren. Sie ist auch nicht laut vorpreschend, braucht keinen moralisierenden Zeigefinger und ist schon gar nicht kategorisch für oder gegen etwas.

Vielmehr schaut sie umsichtig und respektiert dankend jedes gute Argument des Andersdenkenden, gerade auch der Gegner, als Hilfe für den Erkenntnisgewinn, ausgerichtet auf das Wohl der anvertrauenden Patient:innen in ihren Lebenssituationen.

Die Bitte am Schluss

Liebe Hörer:innen, Leser:innen, Journalist:innen, Befürworter:innen und Gegner:innen, es geht hier im Grunde nicht um die Homöopathie, sondern um eine wichtige Dimension des Umgangs miteinander, um unsere gemeinsame Zukunft als Gesellschaft.

Nun zu meiner Bitte:

Bitte fragen Sie sich: Wann in der Geschichte der Menschheit brauchte es eine einzig wahre Wahrheit, die in einem lauten Gleichschritt daherkommt, mit Ächtung und Ausgrenzung Andersdenkender, mit Urteil und Verbot, statt Dialog? Was für eine Wahrheit verlangt(e) das? Wofür braucht es so etwas?

Tjado Galic, HP – Hannover, 06.12.2021

Für Kolleg*innen

Homöopathisches Konsil mit Tjado Galic in Berlin

Im Zentrum des homöopathischen Konsils steht die patient*innenbezogene Behandlung und Beratung des/r Patienten und die Mitbetreuung des Falles durch Kolleg*innen.

Tjado Galic ist nach 25-jähriger rein homöopathischer Vollzeitpraxis und über 17 Jahren systematischer Dokumentation geübt wie kaum ein anderer, uns für unsere Live-Patient*innen zu beraten, Fälle zu begleiten und Behandlungsempfehlungen zu erarbeiten.

Ablauf

Der/die Behandler*in stellt den bisherigen Fallverlauf dem Konsil vor. Es folgt eine Live-Anamnese (incl. Untersuchung) mit Tjado Galic und nachfolgend die Re-Analyse, homöopathische Diagnostik, Repertorisation und Erarbeitung von Mittelvorschlägen durch die Gruppe. Besonders hilfreich ist dies für komplizierte chronische Fälle, bei denen sich der erweiterte Blick der Gruppe und der gemeinsame, ähnlich einer Fachkonferenz, erarbeitete Behandlungsplan als tiefer Erkenntnisgewinn erweist.

Inklusive

Am aktuellen Fall erarbeiten wir unter der Moderation von Tjado Galic:

  • das strukturierte Vorgehen im Alltag als Grundlage für eine erfolgreiche und effiziente Behandlung sowie für die Dokumentation
  • Klarheit in der Fallaufnahme (Was ist warum relevant?)
  • Fallanalyse und Arbeitshypothese (Was ist das Fallverständnis und welche Symptome repräsentieren das zu Behandelnde? Woran erkenne ich Besserung in diesem Fall?)
  • unterschiedliche Konzepte für die homöopathische Diagnostik (zusätzlich zur medizinischen Diagnostik)
  • Fallmanagement und Verlaufsdiagnostik
  • Training der Fremd- und Eigenwahrnehmung (Was ist an Mimik, Gestik sicher erkennbar?)
  • Repertorisationstraining und Repertorienkritik mit Rubrikenergänzungen
  • Differentialdiagnose von Arzneimitteln am konkreten Fall
  • weitere Fähigkeiten für das erfolgreiche Bestehen im Alltag der homöopathischen Praxis, z.B. die Bedeutung der nonverbalen Kommunikation in der Anamnese sicher zu erfassen

Wir freuen uns auf neue Kolleg*innen in unseren Reihen. Das Konsil eignet sich für Praxisanfänger*innen ebenso wie für erfahrenere Kolleg*innen.

Wann

Das Konsil findet an 6 Terminen jeweils freitags von 14.00 bis 19.00 Uhr statt.

14.01.2022 / 18.03.2022/ 13.05.2022 /02.09.2022 / 04.11.2022 / 09.12.2022

  • Nach jedem Konsil treffen wir uns mit Kolleg*innen (wer möchte) zum gemeinsamen Abendessen und Austausch.
  • Die Konsile werden protokolliert. Die Mitschriften sind in einem gesicherten Homöopathie-Forum hinterlegt. Jede*r Teilnehmer*in erhält kostenfrei Zugang zu diesem Homöopathie-Forum und kann sich dort zusätzlich mit Kolleg*innen austauschen.
  • Interessierte aus der Konsilgruppe treffen sich zusätzlich in unregelmäßigen Abständen zur Intervision. Es entstehen keine zusätzlichen Kosten, aber ein großer zusätzlicher Gewinn für die tägliche Arbeit!

Wo

SFT Schule für Tourismus Berlin, Lehrter Straße 12, 10557 D-Berlin, Nähe Hauptbahnhof

Andere Möglichkeiten zur Teilnahme an einem Homöopathischen Konsil gibt es bisher nur in Hamburg, Karlsruhe, Würzburg und Wien.

Kosten

1-2 Schnuppertermine zum ermäßigten Preis von 80 €. Für einen kontinuierlichen Gruppenprozess gilt dann eine verbindliche Zusage für alle jährlichen Termine zu einem Preis von 90 € pro Termin. Bei Ausfall kann eine Ersatzperson das Konsil besuchen. Einzeltermine sind in Ausnahmefällen für 99 € buchbar. Die Erstvorstellung im Konsil inklusive Anamnese und Untersuchung mit Tjado Galic und nachfolgender Re-Analyse kostet den/die Patient*in 100 €.

Verbindlichkeit – WIR sind das Konsil!

Wir wünschen uns eine aktive konsiliarische Arbeit, damit das Konsil für alle Patient*innen und Behandler*innen einen großen Gewinn bringt. Jede*r Teilnehmer*in kann und sollte eigene Patient*innen mitbringen (mind. 1 Patient*in in 2 Jahren). Nach der Vorstellung einer/s Patient*in sollte über den weiteren Verlauf berichtet werden, falls nötig, können Patient*innen auch erneut vorgestellt werden.

Nochmal: Wir arbeiten als Gruppe unter Moderation von Tjado Galic. WIR sind das Konsil und profitieren gegenseitig. Wir unterstützen neue Kolleg*innen beim Hineinwachsen in die Gruppe und freuen uns auf euch!

Organisation und Anmeldung: konsil.berlin@gmail.com

Birgit Bucher (HP), 030 89 75 81 31, info@birgitbucher.de

Doreen Platz (HP), 030 24 37 20 85, info@platz-fuer-gesundheit.de

Kristina Mallmann (HP), 02605 56 39 945, kristinamallmann@posteo.de

Mehr Infos: Tjado Galic

Neue Studie zur Wirksamkeit

Orange Flower Flower Petals Bloom  - KRiemer / Pixabay

Viele Menschen vertrauen auf Homöopathie. Nun zeigt auch eine neue Untersuchung der SECURVITA Krankenkasse, dass Homöopathie eine erfolgreiche und wirtschaftliche Therapierichtung ist, die Anerkennung verdient. »Die Studie ist ein starker Beleg dafür, dass die Homöopathie einen angemessenen Platz in der Gesundheitsversorgung verdient«, so Götz Hachtmann, Vorstand der SECURVITA Krankenkasse.

Die Wirksamkeit der homöopathischen Behandlungen belegt die Studie der SECURVITA an vielen Beispielen, etwa dem geringeren Verbrauch von starken Medikamenten. Auch bei Allergien, bei der Reduzierung von Arbeitsunfähigkeitszeiten und bei der Zahl von Krankenhauseinweisungen wirkt sich Homöopathie positiv aus.

Die Ergebnisse im Einzelnen:

•> Krebskranke Patienten im Homöopathie- Programm benötigten seltener Antidepressiva als in der Vergleichsgruppe.

•> Auch der Bedarf an Schmerzmitteln verringerte sich bei den Krebs- und Mehrfachkranken im Lauf der homöopathischen Behandlung, während er in der Vergleichsgruppe stieg.

•> Bei Allergien, Neurodermitis und Asthma zeigte sich ein eindeutiger Vorteil der homöopathischen Behandlungen: Diese Erkrankungen gingen bei Kleinkindern in den ersten drei Lebensjahren zurück, wenn sie in homöopathischer Behandlung waren. Bei der Vergleichsgruppe dagegen wurden sie von Jahr zu Jahr häufiger.

•> Die Zahl der Krankenhauseinweisungen ging bei Erwachsenen mit Depressionen im Lauf der dreijährigen homöopathischen Behandlung um 10 Prozent zurück. Im Vergleich dazu gingen sie in der Vergleichsgruppe um fast 33 Prozent in die Höhe.

•> Eine ähnliche Entwicklung zeigte sich bei den Arbeitsunfähigkeitstagen. Die Zahl der AU-Tage, die bei Depressionen üblicherweise groß ist und deshalb auch wirtschaftlich bedeutsam, konnte während der Homöopathie-Behandlung um 16,8 Prozent gesenkt werden, während sie gleichzeitig bei der Vergleichsgruppe um 17,3 Prozent in die Höhe ging.

Auch wenn die Studie der SECURVITA als gesetzliche Kasse nur ärztliche Homöopathie beurteilt und damit die Mehrheit der Homöopath*innen (nämlich Homöopathie praktizierende Heilpraktiker*innen) unberücksichtigt lässt, ist das ein ermutigendes Ergebniss.
Und wie sähen die Bilanzen zur Entlastung des Gesundheitssystems aus, wenn auch die qualifizierten homöopathischen Behandlungen der Heilpraktiker*innen, die in der Regel von Selbstzahler*innen getragen werden, mit in die Auswertungen eingeflossen wären?

Mehr zur Studie der SECURVITA findet sich hier.

Weitere Studien und aktuelle Forschungslage zur Homöopathie siehe hier.

Homöopathie to go

Passend zur Urlaubszeit ist eine handliche Broschüre „Homöopathie to go“ für Laien zur homöopathischen Selbstbehandlung erschienen. Im Auftrag des Bundesverbandes Patienten für Homöopathie (dort auch zu beziehen) hat die Berliner Homöopathin Isabelle Guillou eine übersichtliche Alltags- und Urlaubshilfe erstellt, falls fachkundlicher homöopathischer Rat gerade nicht zugänglich ist. Dazu gibt die Autorin auf 70 Seiten eine Anleitung zur Selbstbehandlung, die mit Empfehlungen zur Dosierung und Einnahme beginnt und sich dann den einzelnen Krankheitsbildern zuwendet.

Grundsätzlich stehen wir Berufs-Homöopathen Selbsthilferatgebern eher kritisch gegenüber, denn es darf keineswegs der Eindruck entstehen, Globuli könne jeder anwenden und es bedürfe dazu keiner fundierten Ausbildung. Da in der Broschüre jedoch die Grenzen der Selbstbehandlung – vor allem in komplizierten und chronischen Fällen – ausdrücklich angesprochen werden, stellt sie eine Möglichkeit der Handreichung und Ergänzung für Homöopathie interessierte Patienten dar.
Die Arzneimittel sind gut erklärt, die Aufmachung ist ansprechend und übersichtlich.
Dem Laien dürfte allerdings die Differenzierung nicht immer leicht fallen, zumal die Krankheitsbilder selten so lehrbuchmäßig auftreten, wie es die Beschreibung suggeriert.

Und wenn Sie konstitutionell behandelt werden, ist es immer ratsam, sich bei akuten Beschwerden an den eigenen Behandler zu wenden, denn oftmals stört die Behandlung kleinerer Wehwehchen den Arzneiverlauf, in dem das Immunsystem ja ohnehin schon gestärkt wird, seine Aufgabe zu tun.

Fernsehtipp: Sehenswerter Film

Globuli Homeopathy Flowers  - silviarita / Pixabay

Der RBB hat Ende Mai eine unvoreingenommene Reportage über Homöopathie von Angelika Wörthmüller ausgestrahlt. Die Sendung ist kritisch, aber nicht polemisch oder tendenziös, sondern aufschlussreich. Die Zuschauer*innen werden in dem Fernsehbeitrag differenziert mit Hintergrundwissen zu den verschiedenen Aspekten dieser 200-jährigen Heilkunde versorgt. Sie erfahren etwas über Behandlungsmöglichkeiten, die Herstellung homöopathischer Arzneien sowie die aktuelle Forschungslage und auch Kritiker kommen zu Wort, so dass sich jede*r ein eigenes Urteil bilden kann. Die Reportage ist eine erfreuliche Ausnahmeerscheinung unter den Filmen zur Homöopathie und durchaus gelungen. Zudem gibt es auf der RBB-Website ergänzende Informationen zum Download. Bis Ende Mai 2021 in der Mediathek abrufbar und zu empfehlen.