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Gesundheit

Studie: Komplimente fördern Beziehungszufriedenheit und Wohlbefinden

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Universitätsklinikums Heidelberg veröffentlichen Studienergebnisse im Fachjournal SCAN: Beim Austausch von Lob und Komplimenten werden Hirnareale des Empathie- und Belohnungssystems aktiviert

„Was sich liebt, das lobt sich – und fühlt sich dann auch selbst besser. So in etwa könnte man beschreiben, was im Gehirn passiert, wenn man mit der Lebenspartnerin oder dem Lebenspartner Komplimente austauscht oder sich lobt. Die zugrundeliegenden neuronalen Reaktionen beschreiben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts für Medizinische Psychologie am Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD) und dem Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim im Fachmagazin SCAN – Social Cognitive Affective Neuroscience.

Professorin Dr. Beate Ditzen, Direktorin des Instituts für Medizinische Psychologie am UKHD, und ihr Team untersuchten Paare mittels funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT), während sie sich gegenseitig kurze Textnachrichten mit Komplimenten und Worten, was sie aneinander und an ihrer Beziehung mögen, schickten. Die Untersuchung zeigte, dass bestimmte Gehirnareale des sogenannten limbischen Systems, die auch bei der Empathie- und Belohnungsverarbeitung beteiligt sind, nicht nur dann aktiviert werden, wenn man eine positive Nachricht erhält, sondern auch, wenn eine positive Nachricht für den Partner oder die Partnerin ausgewählt wird. „Die Ergebnisse unserer Untersuchung liefern erste Hinweise darauf, dass liebe und wertschätzende Worte an den Partner oder die Partnerin jene Belohnungsschaltkreise im Gehirn aktivieren, die auch dann reagieren, wenn wir beispielsweise unsere Lieblingsmusik hören, ein gutes Essen genießen oder im Lotto gewinnen,“ erklärt Prof. Ditzen. In diesem Areal sind vor allem die Hormone Oxytocin und Dopamin, die im Sprachgebrauch als Bindungs- und Glückshormon bekannt sind, aktiv.

Vorherige Arbeiten zeigten, dass positives Feedback in Form von Komplimenten und Lob die neuronalen Empathie- und Belohnungsareale beim Empfänger aktiviert und mit der Zufriedenheit in der Beziehung zwischen romantischen Paaren zusammenhängt. „In der aktuellen Studie haben wir herausgefunden, dass eben auch das Senden von Lob und die Antizipation – also das Wissen darüber, dass ich gleich mein Kompliment aussprechen werde – dieselben relevanten Hirnbereiche und sogar in größerem Umfang aktiviert, als ein vom Partner erhaltenes Lob,“ ergänzt Studienleiterin Dr. Monika Eckstein, Institut für Medizinische Psychologie am UKHD. Eine weitere Erkenntnis gab es noch dazu: Auch eine positive Rückmeldung an sich selbst sprach die Belohnungsnetzwerke an.

Die Ergebnisse sind erste wichtige Hinweise auf die neurobiologischen Mechanismen, die romantische Beziehungen stabilisieren können und damit auch einen wichtigen Aspekt für die Regulierung von Stress und die Gesundheit darstellen. Ob die gleichen Reaktionen im Gehirn stattfinden, wenn weitere Familienmitglieder, wie Eltern, Kinder oder Geschwister, gelobt werden oder die Arbeitskollegin oder der Arbeitskollege ein Kompliment erhält, muss noch erforscht werden.“

Originalpublikation:

Eckstein M, Stößel G, Gerchen MF, Bilek E, Kirsch P, Ditzen B. Neural responses to instructed positive couple interaction: An fMRI study on compliment sharing [published online ahead of print, 2023 Feb 28]. Soc Cogn Affect Neurosci. 2023;18(1):nsad005. doi:10.1093/scan/nsad005


Initiative Kindeswohl

Heute teile ich den von mir mitunterzeichneten offenen Brief der Initiative Kindeswohl, die sich an Politik, Presse und Öffentlichkeit wendet, um sich für eine Bildungslandschaft ohne Corona-Maßnahmen gegenüber Kindern und Jugendlichen einzusetzen. Inzwischen ist auch eine Petition dazu gestartet, sie findet sich hier.

Offener Brief

Sehr geehrte Damen und Herren,

Kinder und Jugendliche sind die Zukunft unserer Gesellschaft und ihr jetziges Wohlergehen bestimmt darüber, wie sich unsere Gemeinschaft zukünftig entwickeln wird. Kinder sind auf verantwortungsvolle Begleitung, Schutz und Entwicklungsräume angewiesen, um ihr Potenzial zu entfalten. In den letzten zweieinhalb Jahren mussten Kinder und Jugendliche tiefgreifende, ihr Leben stark beschränkende Maßnahmen erdulden.

Der Anstieg psychischer, psychosomatischer sowie physischer Erkrankungen, darunter Essstörungen, Adipositas, gehäufte Infekte durch ein untrainiertes Immunsystem, Angststörungen und ungezügelter Medienkonsum, um nur einige zu nennen, ist eklatant 1-4. Diese Maßnahmen haben insbesondere sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen geschadet und bedeuten voraussichtlich einen erheblichen Verlust an Lebenszeit- und Qualität 5. Die Thematik findet sich daher nicht nur verstärkt in wissenschaftlichen Publikationen wieder, sondern wird auch zunehmend von den Leitmedien aufgegriffen.

Ursprünglich zum Gesundheitsschutz gedacht, stellte sich spätestens seit dem Evaluationsbericht des Sachverständigenausschusses der Bundesregierung heraus, dass die Wirksamkeit der Maßnahmen gegenüber Kindern nicht evidenzbasiert ist 6. Auch die anfängliche Behauptung, dass Kinder eine signifikante Rolle im Pandemiegeschehen spielen würden, hat sich als falsch herausgestellt. Glücklicherweise sind junge Menschen von Covid-19 kaum betroffen 7,8. Auch Lehrer und Pädagogen haben kein generell erhöhtes Risiko für eine Covid-19 Erkrankung 9,10.

Schulschließungen, dauerhaftes Tragen von Masken, anlasslose, massenhafte Testungen, Social Distancing, Verängstigung und sozialer Impfdruck haben Kindern und Jugendlichen in hohem Maße geschadet. Maßnahmen, die ohne Nachweis des Nutzens in dringendem Verdacht stehen, Schäden anzurichten, verletzen das oberste Prinzip der Medizin, zuallererst nicht zu schaden (primum non nocere) und sind damit abzulehnen. Eine derartige Gefährdung des Kindeswohls wäre vor dem Jahr 2020 undenkbar gewesen. Auch für Deutschland ist Artikel 3 der UN-Kinderrechtskonvention bei allen Maßnahmen gesetzlich vorgeschrieben. In dessen Absatz 1 heißt es klar und deutlich:

„Bei allen Maßnahmen, die Kinder betreffen, gleichviel ob sie von öffentlichen oder privaten Einrichtungen der sozialen Fürsorge, Gerichten, Verwaltungsbehörden oder Gesetzgebungsorganen getroffen werden, ist das Wohl des Kindes ein Gesichtspunkt, der vorrangig zu berücksichtigen ist.“

Wir, die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner dieses offenen Briefes fordern mit der Unterstützung zahlreicher Organisationen und deren Unterstützern für unsere jungen Menschen:

  • Massnahmenfreie Schulen und Ausbildungsstätten
  • Uneingeschränkte Teilhabe an Bildung, Kultur und anderen Aktivitäten des sozialen Lebens
  • Eine freie Impfentscheidung ohne jeden Druck
  • Eine öffentliche Debatte

Wir zählen auf Sie und auf alle, denen das Kindeswohl am Herzen liegt!

Mit freundlichen Grüßen

Erstunterzeichner:innen

Gerald Hüther
Hirnforscher, Neurobiologe

Univ.-Prof. Dr. Dr. Christian Schubert
Arzt, Psychologe, ärztlicher Psychotherapeut

Heidi Müller
Dipl.-Psychologin, Kinder u. Jugendlichenpsychotherapeutin

Dr. Friedrich Pürner
Facharzt und Epidemiologe

Dr. med. Martin Hirte
Kinder- und Jugendarzt

Quellen

  1. https://www.dak.de/dak/bundes­themen/pandemie-depressionen-und-essstoerungen-bei-jugendlichen-steigen-weiter-an-2558034.html/
  2. https://www.barmer.de/gesundheit-verstehen/psychische-erkrankungen/psychisch-erkrankte-kinder-und-jugendliche-1062994
  3. https://www.aerzteblatt.de/archiv/­226156/Seelische-Gesundheit-und-Gesundheitsverhalten-von-Kindern-und-Eltern-waehrend-der-COVID-19-Pandemie
  4. https://www.aerzteblatt.de/­nachrichten/135951/Folgen-der-Coronapandemie-bringen-Psychotherapeuten-an-ihre-Grenzen
  5. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/­articles/PMC8154298/
  6. Evaluationsbericht der Rechtsgrundlagen und Maßnahmen der Pandemiepolitik
  7. Deklaration zum Schutz von Kindern vor den Corona-Maßnahmen (PANDA)
  8. https://journals.lww.com/pidj/Full­text/9900/­SARS_CoV_2_Infections­_in_Ice­landic_Children_ _Close.124.aspx
  9. https://www.nejm.org/doi/full/­10.1056/NEJMc2026670
  10. https://www.pnas.org/doi/10.1073/­pnas.2204141119

Covid-19 vorbeugen und behandeln

Nach fast zwei Jahren Corona sind wir alle zu Pandemie-Experten geworden: Wir gebrauchen medizinisch-statistische Begriffe wie Inzidenz, Impfquote und Übersterblichkeit inzwischen mit scheinbarer Selbstverständlichkeit. Doch was wissen wir wirklich über die Krankheit Covid-19, über unser Immunsystem und wie wir uns bestmöglich schützen können?

Hier besser aufzuklären, ist Ziel einer 49 Seiten umfassenden Broschüre, die nicht nur die eindrucksvolle Kraft unseres Immunsystems erklärt und eine bunte Palette gesundheitsfördernder Maßnahmen benennt, sondern auch von Behandlungsmöglichkeiten berichtet, die sich laut medizinischer Studien bewährt haben. Dabei greifen naturheilkundliche und pharmakologische Maßnahmen zum Wohle des Patienten ineinander. Die Autoren weisen darauf hin, dass Covid-19 bei der überwiegenden Anzahl der erkrankten Personen zumeist zu einem milden oder moderaten Verlauf führt, dass in seltenen Fällen die Erkrankung allerdings auch ohne Vorankündigung relativ rasch in einen kritischen Verlauf übergehen kann, neben der ohnehin für Risikogruppen und mit zunehmenden Alter erhöhten Gefahr.

Diese sachliche Einordnung, die Hinweise zur Gesundheitsförderung sowie die aufgezeigten ärztlichen Behandlungs-möglichkeiten stärken jeden Einzelnen in seiner Gesundheitskompetenz, daher empfehle ich diese Broschüre ausdrücklich.
Hier geht es zum kostenlosen Download.

Aus dem Vorwort:

„Wir sind eine Gruppe von unterschiedlichen Fachärzten und Pharmazeuten aus dem Berliner Raum.

In unserer täglichen Arbeit, sei es in der Praxis oder in der Apotheke, erleben wir, dass viele Menschen durch die Pandemie und einen Wust an widersprüchlichen Informationen in Angst und zunehmender Verunsicherung leben. Deshalb sind wir seit Monaten darum bemüht, gemeinsam unsere Erkenntnisse zu bündeln, um diese für unsere Patienten – und natürlich auch für unsere Kollegen – so aufzuarbeiten, dass Wissen entsteht und dadurch Angst weichen kann.

Diese Informationen richten sich an ALLE: geimpfte wie ungeimpfte Menschen. Sie sollen Orientierung geben, die Eigenverantwortung stärken und Ängste auflösen.
Diese Broschüre beschreibt, welche Maßnahmen sich zur Prävention einer COVID-19 Erkrankung eignen und von Fachgesellschaften sowie erfahrenen Ärzten empfohlen werden, weil sie sich als wissenschaftlich sinnvoll erwiesen haben. Im Falle einer Infektion gibt es Daten aus mehreren hundert wissenschaftlichen Studien von weltweit agierenden Medizinern, die belegen, welche Medikamente eine gute Wirksamkeit zeigen. Denn die Krankheit ist mittlerweile auf pathophysiologischer Ebene gut genug verstanden, so dass für verschiedene Verläufe sogar differenzierte Therapieoptionen bestehen.

Wir wissen, wie Sie sich schützen können und dass die Krankheit gut behandelbar ist. Wir wissen auch, dass die absolute Mehrheit der Patienten nur einen leichten bis mittelschweren Verlauf erleidet. Da auch der Impfstoff keinen hundertprozentigen Schutz gewährleistet, wollen wir Sie unterstützen und Ihnen unser medizinisches Know-how zur Verfügung stellen. Denn uns ist es eine Herzensangelegenheit, dass Sie wieder Freude am gemeinsamen Leben haben.“

Wie ansteckend sind geimpfte Menschen?

Wie ansteckend sind zweimal geimpfte Personen, wenn sie sich bei anderen Mitgliedern ihres Haushalts mit dem Corona-Virus infiziert haben, im Vergleich zu ungeimpften Personen? Dieser Frage ging Anika Singanayagam mit einem Team des Imperial College London und u.a. der University of Oxford nach und publizierte die Ergebnisse ihrer Studie am 29. Oktober 2021 im renommierten Fachmagazin The Lancet.

Ausgehend von Menschen, die beim Arzt mit einer Corona-Virus-Infektion diagnostiziert wurden, untersuchten die Wissenschaftler*innen, wie sich das auf die Haushaltsangehörigen auswirkt. Dafür bestimmte man die sekundäre Befallsrate (SAR). Die SAR macht eine Aussage darüber, wie hoch der Anteil von Menschen an der Gesamtzahl der Kontakte ist, die sich anstecken: Angenommen, eine Person, in deren Haushalt vier weitere Menschen leben, erkrankt an einer Virusinfektion, und von den vier Haushaltsmitgliedern steckt sich eine Person bei diesem Menschen an, dann beträgt die SAR ein Viertel (1/4). Singanayagam entnahm für diese Studie 20 Tage lang Abstriche von Probanden aus den oberen Atemwegen.

Das Ergebnis zeigte, geimpfte Menschen stecken nicht signifikant weniger Haushaltsangehörige an, als ungeimpfte Menschen, denn beide übertragen in einem ähnlichem Ausmaß SARS-CoV-2 (Delta-Variante) im Durchschnitt auf ein Viertel ihrer Haushaltsangehörigen.

Wenn die Impfung gegen Covid-19 zwar den geimpften Menschen selbst schützt, nicht aber die anderen, die mit ihm zusammenleben oder mit denen er anderweitig Kontakt hat, ist das derzeitige Pandemie-Management, vor allem die Verengung auf 2G und die Erwägung einer Impfpflicht, sehr fraglich.

Und am 10.12.2021 noch ein kritischer Nachtrag zur nun beschlossenen sektoralen Impfpflicht.

Das Bild zu diesem Beitrag stammt von der Künstlerin Barbara Bucher. Ich danke meiner Schwägerin für das Nutzungsrecht.

STIKO empfiehlt Covid-19-Impfung ab 12 Jahren

Und was sagen die Zahlen der Studien dazu?
Zu dieser Frage möchte ich gern den Verein der Ärztinnen und Ärzte für individuelle Impfentscheidung empfehlen. Auf dessen Website finden sich viele Informationen rund um die Covid-19-Impfung, aber auch zu anderen Impfungen. In aktuellen Kurzvideos teilt z.B. der Kinderarzt Steffen Rabe neueste Studienergebnisse und ordnet diese erklärend in weitere Zusammenhänge ein.

Aus der Selbstdarstellung: „Der Verein Ärztinnen und Ärzte für individuelle Impfentscheidung e. V. ist eine gemeinnützige Organisation von Ärztinnen und Ärzten, die Schutzimpfungen grundsätzlich als einen Bestandteil ärztlicher Vorsorge ansehen. Er fordert den Erhalt einer freien, individuellen und verantwortungsvollen Impfentscheidung nach differenzierter, umfassender und ergebnisoffener Beratung für alle Menschen.“

Zur Situation von Kindern & Jugendlichen in der Pandemie

Die Lebensqualität und die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen hat sich in Deutschland im Verlauf der Corona-Pandemie weiter verschlechtert. Fast jedes dritte Kind leidet ein Jahr nach Beginn der Pandemie unter psychischen Auffälligkeiten. Sorgen und Ängste haben noch einmal zugenommen, auch depressive Symptome, Ess- und andere Zwangsstörungen sowie psychosomatische Beschwerden sind verstärkt zu beobachten. Erneut sind vor allem Kinder und Jugendliche aus sozial schwächeren Verhältnissen oder mit Migrationshintergrund betroffen. Das sind die Ergebnisse der zweiten Befragung der sogenannten COPSY-Studie, die Forschende des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf durchgeführt haben. Sie ist bundesweit die erste und international eine der wenigen Längsschnittstudien ihrer Art und findet sich zum Weiterlesen hier.

Auch an der Universität Leipzig wurde kürzlich mit einer Studie zur Situation von Kindern und Jugendlichen mit Angststörungen in der Corona-Krise begonnen. Ebenso machen inzwischen vermehrt Kinderärzte auf die psychischen Belastungen ihrer Patienten aufmerksam und plädieren dafür, dass die Politik kreativere Lösungen finden solle, um Kindern zumindest ein Stück weit wieder mehr Normalität zurückzugeben und sie sozial weniger zu belasten. Endlich, muss man sagen, gerät nun also zunehmend die Situation von Kindern und Jugendlichen in den Blick der Öffentlichkeit. Hierzu passt ein Bericht in der Juni-Ausgabe des Hessischen Ärzteblattes, in dem die Autoren Prof. Dr. med. Ursel Heudorf und Prof. Dr. Dr. med. René Gottschalk bezogen auf Hessen zu folgendem Fazit kommen: „Schulen sind weder Hotspots noch besondere Risikobereiche“ (gesamten Beitrag hier lesen).

Diese Äußerungen stehen im Widerspruch zum kürzlichen Beschluss des Deutschen Ärztetags, der Anfang Mai eine Massenimpfung für Kinder und Jugendliche gegen Covid-19 empfohlen und die vollständige Öffnung der Schulen daran geknüpft hat.  Ich hatte schon an früherer Stelle über die informierte Impfentscheidung geschrieben. Aus aktuellem Anlass greife ich das Thema nun erneut auf und verweise auf diese Stellungnahme der Ärzte für die individuelle Impfentscheidung (darunter viele Kinderärzte), die sich ausdrücklich von diesem Beschluss distanzieren und seine fehlende Evidenz beklagen. Denn Kinder ohne Vorerkrankungen seien durch die Nebenwirkungen der Impfstoffe besonders gefährdet, sie spielen für die Verbreitung von Covid-19 keine wesentliche Rolle und sie erkranken sehr selten schwer an Covid-19. Zu dieser Erkenntnis kommt auch die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie, wie hier nachzulesen ist. Dieser Haltung hat sich nun auch die STIKO angeschlossen, die keine generelle COVID-19-Impfung bei unter 18-Jährigen empfiehlt (Infoblatt). Auch das Netzwerk Evidenzbasierte Medizin (EbM) hat eine Stellungnahme verfasst, die zunächst einen öffentlichen Diskurs fordert und verschiedene weitere Aspekte einbezieht: „Ob die Impfung von Kindern und Jugendlichen zu einem Nutzen bei der erwachsenen Bevölkerung beiträgt und das Pandemie-Geschehen insgesamt dadurch entscheidend besser kontrolliert werden kann, ist unklar. Möglicherweise sind Kinder im Vergleich zu Erwachsenen weniger anfällig für SARS-CoV-2-Infektion und -Übertragung. Insofern könnte ihre Rolle in der Transmission untergeordnet und somit auch der Effekt des Impfens gegen SARS-CoV-2 auf die Gesundheit der Erwachsenen gering sein.“ Ähnlich argumentiert eine weitere wissenschaftliche Veröffentlichung um Professor Dr. med. David Martin aus Witten-Herdecke. Hier wird ebenfalls deutlich, dass eine pauschale Impf-Empfehlung für alle Kinder der Komplexität zwischen Impfung und Pandemiegeschehen keinesfalls gerecht wird, weder unter kindbezogenen noch unter gesellschaftsbezogenen Aspekten – wovon in dem Beitrag jeweils sieben diskutiert werden (z.B. Folgeschäden und Mortalität bei Kindern und Jugendlichen durch Covid-19; Kurz-, Mittel- und Langzeitnebenwirkungsspektrum der Impfungen bei Kindern und Jugendlichen; Rolle der Kinder in der Pandemie; Risiko der Verschiebung einer Erkrankung von der Kindheit auf ein höheres Lebensalter, auch im Hinblick auf die Unwahrscheinlichkeit SARS-CoV-2 auszurotten). Und weil trotz dieser vielfältigen fachlichen Zurückhaltung die politischen Stimmen zur generellen Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche laut vernehmbar sind, hat sich nun auch noch die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin mit einem kritischen Positionspapier zu Wort gemeldet .

All diese verschiedenen Aspekte beleuchtet auch der Hamburger Kinderarzt Dr. Jost Deerberg in einem informativen Interview. Darin spricht er über seine Erfahrungen mit Covid-19 in der Praxis und verweist auf das bei einer Impfung entstehende Risiko für eine verringerte Immunreaktion gegenüber Varianten des Virus.
Abwägende und fundierte Gedanken teilt ebenfalls der Kinderarzt Dr. Alexander Konietzky in einem sehenswerten Interview im NDR. Anknüpfend an oben geschilderte Folgeschäden der Lockdown-Politik bei der jüngeren Generation lautet zudem seine eindringliche Botschaft: Die Kinder und Jugendlichen endlich wieder in die Normalität entlassen.

Welche Entscheidung sollen Eltern also für ihr Kind treffen? Angesichts all dieser Überlegungen und der bisherigen Datenlage empfiehlt sich eine besonders gründliche individuelle Risiko-Nutzen-Abwägung. Schulen und Kitas können und müssen auch ohne Massenimpfungen wieder geöffnet werden.

Natürliche Geburt statt Kaiserschnitt

Pregnancy Baby Belly Woman Baby  - regina_zulauf / Pixabay

„Weltweit steigt die Rate der Kaiserschnitte weiterhin an, auch Deutschland macht da keine Ausnahme, im Gegenteil: von 15 Prozent 1991 ist sie auf über 30 Prozent im Jahr 2018 angestiegen – mit enormen regionalen Unterschieden zwischen den einzelnen Geburtskliniken. Es gibt Krankenhäuser mit einer Sectio-Rate von 10,4 Prozent, aber auch welche mit kaum vorstellbaren 66,7 Prozent. Bei jeder zehnten Klinik ist die Quote so hoch, dass sie eigentlich die Landesstelle für Qualitätssicherung auf den Plan rufen müsste.

Möglicherweise liegt das auch daran, dass es bisher keine medizinische Leitlinie dafür gab. Nun liegt sie als 130 Seiten umfassende „S3-Leitlinie“ vor, das heißt, mit der höchsten wissenschaftlichen Qualität. 18 medizinische Fachgesellschaften, Verbände und Institutionen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben daran mitgearbeitet. Die Empfehlung ist eindeutig: Ein Kaiserschnitt sollte nur so oft wie unbedingt nötig und so selten wie möglich erfolgen. Bei einer unkomplizierten Schwangerschaft ist eine vaginale Geburt eindeutig vorzuziehen. Ein Kaiserschnitt sollte nur vorgenommen werden, wenn es dafür eindeutige medizinische Gründe gibt, z. B. besondere Gefahren für Leib und Leben von Mutter und/oder Kind (z. B. quer liegendes Kind, Gebärmutter droht zu reißen, Mutterkuchen verschließt den Geburtskanal). Derzeit ist das in Deutschland nur bei jeder 10. Schnittentbindung der Fall. Die Empfehlung der Leitlinie erscheint daher umso bedeutsamer. Auch wenn eine Frau bereits per Kaiserschnitt entbunden hat, steht einer vaginalen Geburt meist nichts im Wege, sie wird in der Leitlinie als sicher eingestuft.

Eine Sectio, so der medizinische Begriff, ist keineswegs so harmlos, wie sie gerne dargestellt wird. Der Eingriff ist häufig traumatisierend für die Frau, und auch für das Kind kann er langfristige Folgen haben. So wird z. B. beim natürlichen Weg durch den Geburtskanal mütterliche Bakterienflora auf das Kind übertragen – sie bildet die Grundlage für die erste Besiedlung des Darmes. Dieses Mikrobiom ist bei Kaiserschnitt-Kindern auch noch viele Jahre nach der Geburt nicht so reichhaltig wie das von Kindern nach einer normalen Geburt und mit einem höheren Risiko für Fettleibigkeit und Allergien verbunden. Auch ist die Stillbeziehung nach einem Kaiserschnitt häufig gestört.

Fazit der Leitlinie: Es dürfe als gesichert gelten, dass eine Sectio-Rate über 15 Prozent keinen günstigen Verlauf auf die Rate der mütterlichen und kindlichen Krankheitsfälle und die Rate der Sterblichkeit hat. Ein Kaiserschnitt sei keineswegs schonender für Mutter und Kind und müsse deshalb wirklich gut begründet sein. Zumal die betroffenen Frauen häufig noch zusätzlich mit quälenden Schuld- oder Versagensgefühlen zu kämpfen haben.

Zumindest in Deutschland ist ein Kaiserschnitt für die Kliniken allerdings deutlich lukrativer als eine normale Geburt, die erheblich personalaufwändiger ist und über viele Stunden hinweg betreut werden muss. Eine Sectio dagegen ist innerhalb von 15 bis 30 Minuten erledigt und bringt der Klinik erheblich mehr Geld ein. Solange die Anreize so falsch gesetzt sind, wird man vermutlich noch lange darauf warten müssen, bis die Sectio-Rate in Deutschland tatsächlich zurückgeht.“

Es empfiehlt sich also, bei Auswahl der Entbindungsklinik auch nach der Kaiserschnittrate zu fragen.

Quelle: Gesundheit aktiv

Naturmedizin und Schulmedizin gemeinsam

Dreiviertel der Deutschen wünschen sich ein Miteinander von Naturmedizin und Schulmedizin – im derzeitigen Gesundheitssystem ebenso wie in vielen Medien haben sie aber keine Stimme!
Das wollte das Kampagnenbündnis „weil’s hilft!“ vor einem Jahr ändern und feiert nun seinen 1. Geburtstag.
„weil’s hilft!“ ist eine Kampagne von Bürger*innen für Bürger*innen, die von den Gesundheits- und Patientenorganisationen GESUNDHEIT AKTIV, KNEIPP-BUND sowie NATUR UND MEDIZIN getragen wird. Die Kampagne will für Naturmedizin begeistern und sich dafür stark machen, dass diese selbstverständlicher Bestandteil der medizinischen Versorgung wird. Zum Geburtstag gratuliert Dr. Jens Behnke und berichtet in einem lesenswerten Rück- und Ausblick vom Engagement der Initiative. Mehr Informationen sowie Aktionsmaterial zum Download und Bestellen finden Sie unter: https://weils-hilft.de/“

Die informierte Impfentscheidung

Da ich gelegentlich nach meiner Meinung zum Thema Impfen gefragt werde und weil das Thema derzeit die Gesellschaft so stark polarisiert, möchte ich mit diesem Beitrag eine erste Orientierungsmöglichkeit bieten, denn Lagerbildung und Simplifizierung werden der Komplexität des Gegenstandes nicht gerecht. Die folgenden Gedanken stammen aus einer Stellungnahme des Netzwerks Evidenzbasierte Medizin (EbM) und der gesamte lesenswerte Text findet sich hier.

Die Stellungnahme aus 2019 unter dem Titel „Impfpflicht versus informierte Entscheidung“ fordert eine differenzierte Bewertung von Impfungen sowie evidenzbasierte Entscheidungshilfen für jeden Patienten, statt einer Generalisierung in die eine oder andere Richtung: „Wir können ja auch nicht behaupten, dass chirurgische Eingriffe generell nützlich oder abzulehnen sind, sondern analysieren jede einzelne Indikation und differenzieren die operativen Verfahren. So ist auch jede Impfung für sich unter den Aspekten von Wirksamkeit, unerwünschten Effekten und Kosten zu beurteilen.“

Zu einer differenzierten Bewertung gehören folgende Fragen laut Netzwerk EbM: Wie lebensbedrohlich ist eine Erkrankung und wie häufig tritt sie auf? Wie lange hält die Immunität gegen die Erkrankung an? Macht das eingesetzte Impfverfahren unerwartete neue Probleme, wenn z.B. eine sonst harmlose Krankheit, unter der man lebenslange Immunität erlangt, aufgrund eines nicht anhaltenden Impfschutzes zunehmend im Erwachsenenalter auftritt? Wie wirksam ist die Impfung, wenn sich Erregertypen, gegen die geimpft wurde, verändern? Unerwünschte Nebenwirkungen von Impfungen sollten laut EbM ebenfalls differenziert analysiert und bestehende Unsicherheiten, z.B. von Adjuvantien (Wirkstoffverstärker), dargelegt werden. Für viele Impfempfehlungen blieben offene Fragen, die durch langfristige Beobachtungen und gute Studien geklärt werden müssten. Zweifellos können viele Impfungen vulnerable Gruppen vor einer Infektion schützen, daher sei immer auch das Erkrankungsrisiko anderer Menschen zu berücksichtigen, weshalb Herdenimmunität bzw. Gemeinschaftsschutz ein relevanter Endpunkt bei der Bewertung von Impfstoffen sei.

„Die Kommunikation über den möglichen Nutzen und Schaden einer medizinischen Maßnahme, also auch einer Impfung, ist ein wesentliches Element der EbM. Das Patientenrechtegesetz sichert den Bürgern Aufklärung und informiertes Entscheiden zu.( …) Das EbM-Netzwerk fordert daher die Bereitstellung von Entscheidungshilfen, die als Grundlage für informierte Entscheidungen eingesetzt werden können. Wir empfehlen, differenziert zu jeder einzelnen Impfung aufzuklären.“

Welche Impfungen sind also sinnvoll und welche nicht zwingend? Die Antwort auf diese Frage wird  immer auch eine individuelle sein vor dem Hintergrund der eigenen gesundheitlichen und persönlichen Situation: Die Impfnotwendigkeit ergibt sich aus der Gefahrenlage.

Meine Empfehlung ist, den/die (Kinder-)Arzt/Ärztin des Vertrauens um eine ausführliche individuelle Beratung zu bitten. Auch ich stehe dafür gern ergänzend zur Verfügung.

Stärkende Selbstfürsorge

In Zeiten wie diesen ist bewusste Gesundheitsförderung besonders wichtig. Sehr gern berate ich Sie dazu individuell.
Neben gesunder Ernährung, ausreichend Schlaf, genügend sportlicher Aktivität und viel frischer Luft (für Vitamin D zur Immunabwehr) hat auch Selbstfürsorge eine wichtige Bedeutung, um das Immunsystem zu stärken und Krisen gut zu bewältigen. Im vollen Familienalltag nehmen wir uns jedoch selten die Zeit, um unsere Kräfte und Ressourcen zu aktivieren.  
Da ist es schön, wenn es Angebote gibt, die uns darin unterstützen. In diesem Zusammenhang bin ich auf einen Beitrag von Gunther Schmidt gestoßen: Umgang mit Ungewissheit und Aktivierung von gesundheitsförderlichen Kräften, der als Podcast der Milton Erickson Gesellschaft (M.E.G.) frei verfügbar ist. Dieser Beitrag kann – ähnlich einer geleiteten Meditation – helfen, mit Unsicherheiten dieser Zeit besser umzugehen und hilfreiche Bilder zur Stimulierung des Immunsystems zu finden. Gunther Schmidt ist Mediziner und Psychotherapeut, er gilt als Pionier der Hypnotherapie in Deutschland.